Für Ärztinnen und Ärzte

Sie betreuen Patienten mit Herzinsuffizienz. Diese benötigen eine intensive Betreuung, teilweise auch außerhalb der geplanten Untersuchungen.

Eine telemedizinische Kontrolle von Gewicht und Blutdruck erlaubt eine kontinuierliche Betreuung dieser Patienten und kann Veränderungen des Gesundheitszustandes frühzeitig anzeigen. Die benötigten Werte liegen Ihnen beim geplanten Besuch in Ihrer Sprechstunde vor und erlauben so eine fundierte Beurteilung des Zustandes sowie der Therapieadhärenz in der Zeit seit dem letzten Besuch. Sollten sich die Werte Ihres Patienten verschlechtern, kann gemeinsam mit Ihnen rasch reagiert werden.

Unterstützungsbedarf – Ergebnisse der Befragung von Ärzten

Im Rahmen von E.He.R. wurden 30 niedergelassene bzw. in Kliniken tätige Ärzte zur aktuellen Situation der Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz und zu Ihren Erwartungen gegenüber Telemedizin und einem Versorgungsnetzwerk befragt:

  1. Probleme bei der Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
  • Ärzten bleibt für die Behandlung zu wenig Zeit (durchschnittliche Kontaktzeit: 5-10 Minuten).
  • Patienten melden sich zu spät, wodurch frühzeitige Interventionen ausgeschlossen
  • Es fehlen klare Überleitungsleitlinien und abgestimmten Behandlungsprozessen für Herzinsuffizienzpatienten.
  1. Einstellungen gegenüber Telemedizin: 58,3% der Befragten stehen der Einführung von Telemedizin positiv gegenüber

Ärzte erwarten:

  • Erhöhung der Patientensicherheit
  • Optimierung der Therapie und damit
  • eine Erhöhung der Behandlungsqualität
  • durch umfassende Informationen
  • Messbare Effekte durch die Reduzierung von Dekompensationen und einer geringeren Mortalität.
  • 58% erwarten Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung durch eine Verbesserung der Kontaktqualität
  1. Aufbau eines gemeinsamen Versorgungsnetzwerkes: 80% der Befragten würden sich in einem Netzwerk engagieren.
  • Motivation: Erhöhung der Behandlungsqualität durch schnelle und bruchfreie Kommunikation
  • Wunsch: Schnelle Erreichbarkeit der Kompetenzzentren
  • Wichtig: Sorgfältige Gestaltung der Strukturen (Zuständigkeiten, Hierarchien, Rollen und Personalien).

Chancen für Ärztinnen und Ärzte

Wir möchten Sie entlasten und Ihre Arbeit mit herzinsuffizienten Patienten erleichtern. Dazu bieten wir Ihnen eine telemedizinische Betreuung Ihrer Patienten zwischen den regulären Terminen in Ihrer Praxis an. Sie erhalten in regelmäßigen Abständen oder nach Ihrem Bedarf einen Report über den Krankheitsverlauf Ihres Patienten. Darüber hinaus informiert Sie das Klinikum bei Veränderungen der Vitalparameter, die außerhalb vereinbarter Grenzwerte liegen.

Die konsequente Überwachung der Vitalparameter und die Rückspiegelung von Veränderungen durch das TelemonitoringZentrum haben für Sie folgende Vorteile:

  • Sie erhalten monatlich einen Bericht über den Gesundheitszustand Ihres Patienten, der es Ihnen erlaubt, die Therapie noch besser an dessen Bedürfnisse anzupassen.
  • Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Patienten eine höhere Adhäranz
  • Sollte sich der Gesundheitszustand Ihres Patienten zwischen den Besuchen bei Ihnen verschlechtern wird dies schnell bemerkt und reagiert. Beispielsweise wird dem Patienten zu einem zeitnahen Besuch Ihrer Praxis geraten. Es ist unser Anliegen durch diese schnelle Reaktion Dekompensationen zu vermeiden.
  • Unser regionaler Partner, das Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg, steht Ihnen gerne für Rücksprachen zu den Patienten zur Verfügung.
  • Durch die teilnehmenden Patienten haben Sie keinen zusätzlichen Aufwand.

Ablauf von EHeR•versorgt

Für den einzelnen Patienten beträgt die Beobachtungszeit 6 Monate. Es ist geplant ca. 50 Patienten einzuschließen. Der Einschlussprozess endet am 19. Februar 2016

Tritt Ihr Patient direkt mit uns in Kontakt und erfüllt die Einschlusskriterien, erhalten Sie von uns unverzüglich die Information über die Teilnahme bei EHeR•versorgt. Die Patienten stellen sich zu Beginn und nach 6 Monaten im Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg vor. Sie unterscheiben eine Teilnehmereinwilligung. Im Klinikum erhalten die Patienten die notwendigen Messgeräte und werden im Umgang mit dem Gerät geschult.

Die folgenden Schritte skizzieren grob den Ablauf des Telemonitorings:

  1. Erste Erhebung des Gesundheitsstatus (Grunderkrankungen, Medikamenteneinnahme, Körpergewicht, Blutdruck sowie Lebensgewohnheiten)
  2. Austausch mit Ihnen als behandelnden Hausarzt bzw. Kardiologen/‐in
  3. Regelmäßige Übermittlung der Daten patienteninitiiert durch Körperwaage und Blutdruckmessgerät
  4. Regelmäßige Prüfung der eingegangenen Daten durch das Telemedizinzentrum
  5. Regelmäßige telefonische Kontaktaufnahme durch das Telemedizinzentrum mit den Patienten zur Erhöhung der Adhärenz, Klärung technischer Fragen oder Erhebung studienrelevanter Fragestellungen (Akzeptanz, Lebensqualität, Zufriedenheit)
  6. Regelmäßige Information an Sie über den Krankheitsverlauf Ihres Patienten durch einen Report
  7. Kontaktaufnahme mit Ihnen als behandelnden Arzt und mit dem Patienten durch das Telemedizinzentrum bei Veränderungen der Vitaldaten außerhalb vorher festgelegter Grenzwerte

Wenn sich ein Patient für das Telemonitoring‐Angebot interessiert und die Einschlusskriterien erfüllt, nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg auf oder nutzen Sie das Kontaktformular:

Einschlusskriterien:

  • Systolische Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion ≤ 45%
  • NYHA Status II-III
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kognitive Aufnahmebereitschaft
  • Alter > 18Jahre
  • Wohnhaft in Rheinland‐Pfalz

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Zotz
Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg
Krankenhausstraße 1
54632 Bitburg
Tel: 06561 / 64 2521